Aphorismen, Sinnsprüche, Gedichte, Lebensweisheiten, Numerologie

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Wenn Wind nicht weht

Wenn er nicht weht, was tut der Wind?
Er ruht, das weiß doch jedes Kind!
Was sollte er denn sonst auch tun?
Auch Wind muss dann und wann mal ruhn.

Im Ruhen ist er schwach und klein,
da atmet Wind nicht aus, nur ein.
Ist er dann stark und aufgebläht,
er heulend um die Häuser weht.

Bis endlich ihm die Luft ausgeht
und wieder er auf Ruhe steht.
Dann lungert er auf Bäumen rum
und auf der grünen Wiese.

Er atmet ein und ein und drum
wird er schon bald zur Brise.
Staut weiter er den Atem an
und atmet ein und ein, dann

wird er schließlich zum Orkan,
und kehrt mit tollem Toben,
bis dass er nicht mehr pusten kann,
das Unterste nach oben,

und alles fängt von vorne an  . . .
So folgt er dem Prinzip der Welle.
Mal ist er weg und mal zur Stelle.

Quelle: „Dichtweite - Gedichte * Gedanken * Geschichten“
 
Verlorene Zeit?

Ich frag mich oft, wo ist der Tag?
Nichts ist geschafft, vollbracht.
So ist die Antwort auf die Frag:
Hab ihn total verdacht!
Doch ist die Zeit mir auch zerronnen,
hab ich an Einsicht meist gewonnen.

Quelle: „Dichtweite - Gedichte * Gedanken * Geschichten“
 
Dann ist Sommer!

Wenn prachtvoll üppig Erde grünt
und wenn der Himmel sich erkühnt
und strahlt … und blaut …,
wenn Lebensfreude in uns schaut,

wenn Blütenbunt sich duftend mischt,
des Vogels Lied das Ohr erfrischt,
wenn Kinderstimme fröhlich lacht
und laue Luft durchweht die Nacht,

wenn warm nach Wald es riecht und Heu
und Korn sich trennt von seiner Spreu,
wenn es in Lüften summt und sirrt
und Hitze Haut und Haar umflirrt,

wenn Blick in Wolken sich verirrt
und Schwüle das Gehirn verwirrt,
wenn Spannungen sich jäh entladen
und kühle Tropfen alles baden,

wenn’s Leben prallt und tanzt und schwingt
und es im Herzen spürbar singt,
wenn Mensch die Sorgen fast vergisst,
weil’s Leben einfach schön nur ist:

Dann ist Sommer, ja,
dann ist Sommer …!!

Quelle: „Dichtweite - Gedichte * Gedanken * Geschichten“
 
Kompliment

Hast du’s gemeint, wie ich’s verstehe,
oder ist’s falsch, wie ich es sehe?
Wie ich es jetzt auch immer meine,
vielleicht ist das ja nicht das Deine?!
Auf einmal eine Welt uns trennt,
dabei ist’s nur ein Kompliment!

Quelle: „Dichtweite - Gedichte * Gedanken * Geschichten“
Imagination oder Bildnis einer Dame

Was ich las von ihr, das hatte
Form und Aufbau und auch Stil,
trug korrekt Kleid mit Krawatte.
Niemals sagte sie zu viel.

Leise und poetisch milde
drückte sie sich immer aus,
ließ die leidenschaftlich Wilde
wohlerzogen stets zu Haus.

Aus dem Hehren, das sie schrieb,
formte sich im Zeitenlauf
bildhaft sie und unvergesslich blieb:
bei der Taille hört sie auf.

Zwischen dort und ihren Füßen
gabs nichts, was der Rede wert,
Wollt ihr Leben sie versüßen,
trank sie Tee, was nicht verkehrt.

Altersmäßig „weder noch“.
Schlicht die Haare und das Mieder,
Brillengläser und -gestell.
Was sie gern trug, brav und bieder,
roch
nach Katze und Flanell.

Quelle: „Dichtweite - Gedichte * Gedanken * Geschichten“
Sonne meiner Welt

Du bist die Sonne meiner Welt,
die meinen Weg bei Tag erhellt.
Du bist der warme Schein bei Nacht,
der dunklen Weg voll Hoffnung macht.

Du bist die Welt und Heimat mir,
ein Tropfen, Quelle, Ozean.
Ich bin die Endlichkeit in dir,
die mit dir nie vergehen kann.

Bist Vater, Mutter, Lehrer mir,
die Praxis und die Theorie.
Du bist das Ich, das Du, das Wir,
der Schöpfer und auch das Genie.

Du gibst mir ständig Rätsel auf
und lehrst durch deine Werke mich
des Lebens weisen Sinn und Lauf.
Im Kleinsten selbst entdeck ich DICH.

Quelle: „Dichtweite - Gedichte * Gedanken * Geschichten“
 Liebe ist

veredeltes Wissen.
Sie ist die Weisheit Gottes
und das Gedächtnis
des Lebens.

Sie ist beseelend
und innewohnend
allem, was lebt.


Quelle: „Dichtweite - Gedichte * Gedanken * Geschichten“
Der Samen des Geistes

Streue gute Worte, gute Taten aus
als Samen deines Geistes.

Sorge dich nicht,
ob sie jemals Früchte tragen
oder ob der Wind sie verweht.

Denn der Herr wird es richten.
Er weiß um jedes Wort und jede Tat,
um jeden Gedanken.


Quelle: „Dichtweite - Gedichte * Gedanken * Geschichten“

© Copyright 2002 Gudrun Zydek
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Zuletzt bearbeitet: 10.07.2026
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